CMMN-Diagramme erstellen und bearbeiten

Sie können CMMN-Diagramme wie jede andere Diagrammart im Explorer erstellen und im Editor bearbeiten. Dieses Kapitel erklärt die verschiedenen Modellierungselemente für CMMN-Diagramme und deren Nutzen. Lesen Sie Modellieren, um mehr über das Modellieren von Diagrammen zu erfahren.

Erstellen eines CMMN-Diagramms

Um ein neues CMMN-Diagramm zu erstellen, klicken Sie auf Neu -Case Model and Notation (CMMN) im oberen Drop-Down Menü des Explorers. Der Editor öffnet sich mit einer neuen Zeichenfläche.

CMMN-Diagramme bearbeiten

Sobald sich ein neues Diagramm geöffnet hat, können Sie anfangen, neue Elemente aus der Modelierungselemente-Palette hinzuzufügen.

Beginnen Sie, Elemente aus der Palette links hinzuzufügen.
Beginnen Sie, Elemente aus der Palette links hinzuzufügen.

Case Plan Items

Sie können die folgenden Elemente aus der Palette verwenden, um CMMN-Diagramme zu erstellen:

Case Plan Model

Das Case Plan Model beinhaltet das Case-Modell Das Case Plan Model beinhaltet das komplette CMMN-Diagramm Sie können das Element zuerst platzieren und die Größe mit durch Ziehen der unteren rechten Ecke dem wachsenden Diagramm ändern, oder Sie können das Case modellieren und das Case File-Element platzieren, wenn Sie das Hinzufügen und Verbinden der anderen Diagramm-Elemente abgeschlossen haben.

Geben Sie dem Fall einen Namen, indem Sie diesen oben im 'Namensschild' des Elements eintragen. Sie können auch ein Exit-Kriterium an das Case-Plan-Modell anhängen und damit anzeigen, dass die eingehende Ablaufsequenz beendet und der Fall abgeschlossen ist.

Ein CMMN-Diagramm
Ein CMMN-Diagramm

Task

Tasks sind, wie auch in BPMN, die zentralen Elemente in CMMN. Sie definieren eine Aktion, die ausgeführt werden soll. Zusätzlich zu den gewöhnlichen Tasks gibt es fünf verschiedene Arten von Aufgabenelementen in CMMN:

  1. Non-blocking human Task
  2. Blocking human Task
  3. Process Task
  4. Decision Task
  5. Case Task

Jede Task kann als notwendiger Task oder als Discretionary Task definiert werden, die nicht ausgeführt werden muss, sondern nach Einschätzung des jeweiligen Bearbeiters ausgeführt werden kann.

  • Die Non-Blocking Human Task wird von einer Person ausgeführt und stoppt den Sequenzfluss nicht. Effektiv bedeutet dies, dass diese Task keine Zeit in Anspruch nimmt, um ausgeführt zu werden. Der Task ist im selben Moment abgeschlossen, in dem er startet, und der sequentielle Fluss wird weiter fortgesetzt. Alle anderen Task-Arten blockieren den Sequenzfluss, bis sie beendet sind.
    Ein 'Non-Blocking Human Task'
    Ein 'Non-Blocking Human Task'
  • Die Blocking Human Task stoppt den Sequenzfluss, bis sie beendet ist. Eine 'Blocking Human Task'.
    Ein 'Blocking Human Task'
    Ein 'Blocking Human Task'
  • Ein Process Task - verlinkt zu einem BPMN-Diagramm Klicken dazu auf das Symbol in der oberen linken Ecke. Um mehr zu erfahren, siehe Integration von CMMN.
    Ein 'Blocking Human Task'
    Eine 'Process Taks'
  • Ein Decision Task -verlinkt zu einem DMN-Diagramm Klicken dazu auf das Symbol in der oberen linken Ecke. Lesen Sie mehr im Abschnitt Integration von CMMN.
    Ein ‘Decision Task’
    Ein ‘Decision Task’
  • Eine case task verlinkt zu einem anderen CMMN-Diagramm Klicken dazu auf das Symbol in der oberen linken Ecke. Lesen Sie mehr im Abschnitt Integration von CMMN.
    Eine ‘Case Task’
    Eine ‘Case Task’

Discretionary task

Jeder Task-Typ existiert auch als Discretionary Task in CMMN 1.1. Das heißt, die Task kann nach Einschätzung des Bearbeiters ausgeführt werden, oder übersprungen werden.

Im Process Manager, können Sie eine Discretionary Task erstellen, indem Sie die gewünschte Task erstellen und das Attribut Discretionary in der Attributeleiste per Checkbox aktivieren, wie unten gezeigt. Wählen Sie den entsprechenden Task aus und öffnen Sie das Attribute-Panel auf der rechten Seite. Klicken Sie Discretionary-Attribut und aktivieren Sie die Checkbox.

Sobald Sie das Häkchen setzen, wird die 'Non-Blocking Human Task' discretionary.
Sobald Sie das Häkchen setzen, wird die 'Non-Blocking Human Task' discretionary.

Stage

Stages sind Abschnitte, in die Fälle eingeteilt werden können. Es ist sinnvoll, verwandte Sequenzflüsse oder Tasks in einer Stage unterzubringen.

  • Stages können genau wie Tasks auch als discretionary, also optional, definiert werden. Wählen Sie die entsprechende Stufe aus und öffnen Sie das Attribut-Panel auf der rechten Seite. Klicken Sie auf das discretionary Attribut und aktivieren Sie das Kontrollkästchen.
  • Eine Expanded Stage kann Sequenzflüsse aus Tasks und/oder anderen (Sub-)Stages enthalten. Die Größe des Elements kann durch Ziehen der rechten unteren Ecke verändert werden.
  • Eine Collapsed Stage verlinkt ein anderes CMMN-Modell. Dieses muss allerdings kein ganzes Case Model enthalten, wie bei einer Task, sondern nur mindestens einen einzelnen Sequenzfluss.
Ein 'Expanded Stage' Element.
Ein 'Expanded Stage' Element.
Eine 'Collapsed Stage' verlinkt zum CMMN-Diagramm 'Teile beschaffen'.
Eine 'Collapsed Stage' verlinkt zum CMMN-Diagramm 'Teile beschaffen'.

Meilenstein

Milestones sind Etappenziele innerhalb eines Falles. Das Erreichen eines Milestones im Sequenzfluss bedeutet, dass eine weitere Phase des Falles abgeschlossen ist.

Ein Milestone-Element
Ein Milestone-Element

Sentries

Die wie ein Diamant geformten Entry Criterion und Exit Criterion, zusammenfassend Sentries genannt, können an jedes Task-, Milestone-, Stage-, oder Case File-Element angeheftet werden, sie können aber auch innerhalb eines Sequenzflusses alleine stehen. Sentries definieren die Flussrichtung. Sentries müssen nicht mit anderen Elementen verbunden werden - sie können auch allein innerhalb eines Sequenzflusses stehen.

  • Das Entry Criterion definiert, dass der ankommende Sequenzfluss nötig ist, damit die Aufgabe gestartet werden kann, bzw. ein folgender Milestone erreicht wird.
  • Das schwarze Exit Criterion definiert, wann die jeweilige Aktion beendet und ggf. ein Sequenzfluss weitergeführt werden kann. Wenn das darauf folgende Case Plan Item zur Verfügung steht, wird der Sequenzfluss fortgesetzt, bzw. beendet. Eine Sequenz kann fortgesetzt werden, wenn die folgende Aktion verfügbar ist oder ein Datenobjekt erstellt wurde.

In diesem Beispiel wird die Analyse des Falls gestartet, sobald ein Versicherungsfall im Wert von über 100.000€ eintritt und alle Fallinformationen zur Verfügung stehen. Die Stage ist abgeschlossen, sobald ein Report erstellt wurde:

Das Entry- und Exit Criterion markieren den Start und den Abschluss der Stage.
Das Entry- und Exit Criterion markieren den Start und den Abschluss der Stage.

Sie können mehrere Sentries eines Typs an ein Element anhängen. Jedes Sentry definiert seine eigenen Eingangs- (Entry Criterion) und Ausgangskriterien (Exit Criterion) für das angeheftete Element. Zwei oder mehr Sentries eines Typs definieren eine logische exklusive Oder-Verknüpfung mit einander,mehrere Sequenzflüsse an einem Sentry eine logische Und-Verknüpfung.

Das heißt alle Sequenzflüsse an einem Sentry müssen ausgeführt werden, sofern keine Discretionary Task folgt. Sind mehrere Sentries eines Typs an ein Element angeheftet, muss eines ausgewählt werden. Ebenso können Sie mehrere Ausgangskriterien an ein Element anhängen. Alle Sequenzflüsse, die einen Sender verlassen, werden ausgeführt, es sei denn, es folgt eine diskretionäre Aufgabe.

Event Listeners

Ein Listener wartet darauf, dass etwas passiert, damit ein Sequenzfluss ausgelöst wird.

  • Der Event Listener wartet auf ein bestimmtes Ereignis, um dann einen Sequenzfluss auszulösen.
  • Der Timer Event Listener wartet eine Zeitspanne lang oder auf einen bestimmten Zeitpunkt, um dann einen Sequenzfluss auszulösen.
  • Der User Event Listener wartet auf eine Nutzereingabe, z.B. auf das Ausfüllen eines Webformulars, um dann einen Sequenzfluss auszulösen.
'Event Listener', 'Timer Event Listener' und 'User Event Listener' (von links nach rechts).
'Event Listener', 'Timer Event Listener' und 'User Event Listener' (von links nach rechts).

Case File Item

Ein Case File Item repräsentiert eine Datei oder ein Dokument, das fallrelevant ist, wie z.B. eine Patientenakte. Verwenden Sie einen Konnektor, wenn Sie anzeigen wollen, dass diese Daten in einem anderen Element verwendet werden. Case File Items können auch als Auslöser oder Abschluss von Sequenzflüssen dienen - hierbei startet die Ankunft oder beendet die Erstellung eines solchen Dokuments die Sequenz.

Ein 'Case File Item', verbunden mit einer Task.
Ein 'Case File Item', verbunden mit einer Task.

Andere Elemente

Connectors (Konnektoren)

Konnektoren zwischen Elementen zeigen in CMMN lediglich auf, dass eine Verbindung zwischen ihnen besteht. Die Richtung des Sequenzflusses z.B., wird durch die Sentries bestimmt.

  • Ein einfacher Connector verbindet verschiedene CMMN-Element (bis auf Discretionary Tasks) miteinander.
  • Eine discretionary association verlinkt einen discretionary task zu einem anderen CMMN-Element.
  • Eine annotation association verlinkt eine text annotation zu einem anderen CMMN-Element.
Ein 'Connector', eine 'Discretionary Association' eine 'Annotation Association' (von oben nach unten).
Ein 'Connector', eine 'Discretionary Association' eine 'Annotation Association' (von oben nach unten).

Plan Fragment

Ein Plan Fragment beinhaltet eine Elementegruppe, die nicht Teil der Fall-Laufzeit ist. Effektiv heißt dies nur, dass das Plan Fragment immer als 'discretionary' definiert ist, wie auch durch die gestrichelte Außenlinie angedeutet. Ein Plan Fragment kann Sequenzflüsse und Elemente mit angehefteten Sentries enthalten, an das Plan Fragment selbst darf jedoch kein Sentry oder Sequenzfluss angeheftet sein. Hier können z.B. alle Elemente zusammengefasst werden, die für die Ausführung des Prozesses nicht unbedingt notwendig sind und nirgendwo anders Platz finden.

Ein 'Plan Fragment'-Element mit 3 Tasks.
Ein 'Plan Fragment'-Element mit 3 Tasks.

Planning Table

Ein Planning Table signalisiert, dass Discretionary Tasks im jeweiligen Element vorhanden sind. Ein Collapsed Planning Table zeigt dabei an, dass diese versteckt sind, ein Expanded Planning Table, dass sie sichtbar sind.

Falls Sie signalisieren möchten, dass nicht sichtbare Descretionary Tasks im Modell verfügbar sind, verwenden Sie einen Planning Table mit aktiviertem 'Collapsed'-Attribut. Die Tasks müssen dann nicht modelliert werden. Das Planning-Table-Element wird einfach an eine Stage, eine Human Task oder ein Case Plan Model angeheftet, um zu signalisieren, dass discretionary tasks verfügbar sind.

Um zu zeigen, dass modellierte, sichtbare discretionary tasks im entsprechenden Stadium oder Planfragment verfügbar sind, fügen Sie eine erweiterte Planning Table dem Element hinzu, indem Sie die Box anklicken und das zusammengeklappte Attribut im Attribut-Panel definieren.

Ein 'Collapsed Planning Table'-Element, angeheftet an eine 'Stage'.
Ein 'Collapsed Planning Table'-Element, angeheftet an eine 'Stage'.

Text Annotation

Eine Text Annotation enthält zusätzliche Textinformationen zu einem Element oder Case Plan Model.

CMMN Attribute

Die folgenden Attribute können im Attributepanel durch klicken der Checkbox in der Attributwert-Spalte aktiviert oder deaktiviert werden. Wenn der Wert verändert wird, ändert sich das Aussehen des Elements wie unten abgebildet.

  • Das Attribut Discretionary kann für alle Tasks und Stages definiert werden. Wenn das Attribut aktiviert ist, kann die Task/Stage ausgeführt werden,wenn der Sachbearbeiter dies für notwendig hält. Für Plan Fragments ist dies ein vordefinierter Wert in CMMN und kann nicht geändert Werden.
  • Das Attribut Autocomplete kann für alle Stages und Case Plan Models definiert werden.
  • Das manuelle Aktivierungsattribut kann für alle Arten von Stufen und Aufgaben eingestellt werden. Wenn das Attribut aktiviert ist, muss die Aktion für das jeweilige Element manuell ausgelöst werden.
  • Das Attribut Wiederholung kann für Meilensteine, Stufen und Aufgaben festgelegt werden. Wenn das Attribut aktiviert ist, muss der Sachbearbeiter nach jeder Instanz des Elements entscheiden, ob es erneut ausgeführt werden muss. Wenn das Ergebnis "ja" ist, wird der Task wiederholt.
  • Das Attribut Required kann für alle Milestones, Stages und Tasks definiert werden. Wenn das Attribut aktiviert ist, muss die Aufgabe des jeweiligen Elements ausgeführt werden, damit das beinhaltende Element beendet werden oder der Sequenzfluss fortfahren kann.
Aktivierte und deaktivierte Attribute in Signavio, von links nach rechts: 'Discretionary', 'Manual Activation', 'Repetition', 'Required', 'Autocomplete'.*
Aktivierte und deaktivierte Attribute in Signavio, von links nach rechts: 'Discretionary', 'Manual Activation', 'Repetition', 'Required', 'Autocomplete'.*